Gymnasium Lindlar

„Würdevoll – Ich bin da“

Ein gemeinsames Kunst-Projekt der Lebenshilfe und des Gymnasiums Lindlar

” Wenn Menschen Menschen nicht bewerten,
entsteht ein heilsames Klima.
Dann fühlen sie sich angenommen.
Dann nehmen sie sich selbst an.
Dann nehmen sie andere an.
Dann sprechen sie gern.
Dann leben sie gern.”   (U. Böschemeyer).

Im Rahmen einer Projekt-Arbeitsgemeinschaft haben sich Schüler/innen des Gymnasiums Lindlar und Klienten/innen der Lebenshilfe Lindlar getroffen, um gemeinsam kreativ zu werden. Kerngedanke dieser AG ist es, eine Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen und in dieser Begegnung die Würde jedes/r einzelne/n zu erfahren.
Nach Joseph Beuys’ These „Jeder Mensch ist ein Künstler“ tragen diese Begegnungen der AG dazu bei, das Bewusstsein und Verständnis von Menschen mit und ohne Behinderung für einander zu ermöglichen, Erfahrungswelten zu eröffnen, den/die anderen wertfrei wahrzunehmen und auf diese Weise gesellschaftlich-soziales Bewusstsein in kleinen Schritten zu verändern.

7 Schüler/innen der Jahrgangsstufen 10 und 11 des Gymnasiums und 6 Klienten/innen der Lebenshilfe trafen sich diesmal im zweiwöchigen Rhythmus und zu einem Projekttag. Für die Ausstellung haben alle Teilnehmenden gemeinsam die Bilderauswahl getroffen. Mit Porträt-Fotos und Interviews stellen sie einander vor.
Thematisch greift das Kunstprojekt den Gedanken der Würde jedes Menschen in Fotografien und Gemälden auf. Es knüpft dabei unter anderem an die Königsskulpturen des Künstlers Götz Sambale an, zu denen Fotografien einer künstlerischen Begegnung bereits im Februar 2011 in der Pfarrkirche St. Severin zu sehen waren. So finden sich auch in der Ausstellung verschiedene Königsdarstellungen – verborgen oder ganz offenkundig. In ihnen spiegeln sich die Würde, die Einzigartigkeit und die Gedankenwelt ihrer Künstler/innen wieder.
In Gestalt von Königen inszenieren die Teilnehmenden ihre Würde, ihr Selbstbewusstsein, ihr Verhältnis zur Umwelt und ihre Sehnsucht nach Achtung. Professionell begleitet von dem Lindlarer Fotografen Martin Rosswog, wurden die Fotografien von den Teilnehmenden als Standbilder in Szene gesetzt und fotografiert. Sie entstanden im Rahmen eines Projekttages, der durch die Förderung des Kath. Bildungswerkes und der Pfarrgemeinde St. Severin möglich wurde.

Das Projekt wurde getragen von der Bereitschaft der Mitwirkenden, sich auf einander einzulassen, sich für die unterschiedlichen Persönlichkeiten zu öffnen und miteinander respektvoll umzugehen. In der Wahrnehmung des besonderen Wertes jedes einzelnen und einer Atmosphäre des achtungsvollen Annehmens wurde eine Kommunikation und ein Austausch oftmals jenseits der Grenzen von Sprache möglich. Das künstlerische Miteinander ist eine Brücke der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. Das Malen und Gestalten ist Kommunikation, die auch ohne Worte auskommt.

Die Ausstellungseröffnung findet bewusst am Vorabend des Europäischen Aktionstages zur Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung statt. An diesem Tag soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass zu einer echten, gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung in einer vielfältigen Gesellschaft noch viele Schritte notwendig sind. Die AG von Lebenshilfe und Gymnasium Lindlar kann hierzu und zur Bewusstseinsbildung einen kleinen Beitrag leisten.

Ansprechpartnerinnen
A. Rübo / S. Schlichtmann
E-Mail: schlichtmann.gymnasium-lindlar@web.de
Telefon: 02266/90123-0
Gymnasium Lindlar

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