Mein Name ist Martin und ich bin 27 Jahre alt.
Ich wohne seit 10 Jahren in Hückelhoven im „Haus Schnorrenberg“ und arbeite auch schon seit 10 Jahren in der Werkstatt der Lebenshilfe. Dort arbeite ich im Kiosk und in einer Gruppe, in der wir Scharniere für Türen und Fenster machen. Außerdem arbeite ich ehrenamtlich im Café Lebensart als Service-Kraft.
Seit meiner Schulzeit mache ich sehr gerne künstlerische Sachen. Ich male gerne und dekoriere. Mein Spitzname ist „Deko-Queen“. Außerdem spiele ich im Lambertus Theater mit. Wir studieren jedes Jahr ein neues Stück ein, was wir dann mehrmals aufführen. Ich habe sehr viel Humor. Und bin sehr schnell, manchmal kommen die anderen gar nicht mit.
Meine anderen Hobbys sind puzzeln und Fußball gucken. Ich bin Fan vom „ 1. FC Bayern-München“. Ich gehe gerne auf Trödelmärkte, manchmal verkaufe ich dort sogar etwas. Kochen und backen macht mir auch sehr viel Spaß. Aus meiner Wohnung geht man nie mit leeren Händen, ich gebe jedem gerne etwas mit.
Bei dem Projekt b.kunst war ich auch dabei. Das hat mir viel Spaß gemacht. Ich habe mehrere Skulpturen geschaffen. Dazu habe ich viele Reste verwertet. Ich habe Sachen auseinander und wieder zusammen gebaut, z. B. ein altes Fahrrad.
Beim gestalten der Skulpturen habe ich meinen Gedanken freien Lauf gelassen. Ich habe Entwürfe gezeichnet und dann meine Ideen umgesetzt. Mit den Figuren wollte ich meine Gefühle ausdrücken.
Martin Debois (der Künstlerkollege aus dem Künstlerduo Martin & Martin)
Ich bin in Hückelhoven groß geworden und bin jetzt 50 Jahre alt. Ich wohne mit meinen Tieren zusammen, das sind eine Katze, ein Kater, fünf große Hühner, zwei Zwerghühner und ein junges Huhn, das bei mir aus dem Ei geschlüpft ist. Die Tiere sind mein Hobby, ich liebe diese Tiere einfach. Modelleisenbahnfreak bin ich auch noch. Ich bastle viel daran herum. Ich habe gerade eine neue Arbeit gefunden und mir gefällt es bei der Firma gut. Vorher war ich arbeitssuchend und habe für den Übergang im Café Lebensart gearbeitet.
Ich bin neugierig geworden auf das Projekt b.kunst und habe mitgemacht. Martin und ich haben als Team gearbeitet. Wir haben zusammen überlegt, was wir an den Skulpturen machen wollen und machen können. Und dann ging das praktisch Hand in Hand. Jeder von uns hat Material gesucht und im Miteinander sind dann die Figuren entstanden. Manchmal klappte unsere Zusammenarbeit auch ohne zu reden. Der andere Martin hatte oft Ideen und ich habe dann dafür gesorgt, dass wir die Ideen umsetzen konnten. Das Arbeiten mit Holz und das Hantieren mit Farbe und dem anderen Material hat mir richtig Spaß gemacht. Auf unsere Figuren bin ich stolz, die sehen gut aus.
Bärbel Esser
Mein Name ist Bärbel Esser und ich komme aus Düsseldorf.
Ich habe 1971 ein Studium freie Kunst /freie Grafik an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf begonnen. Von1974 bis 1975 war ich Gaststudentin an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien,1977 Meisterschülerin an der staatlichen Kunstakade-mie Düsseldorf.
Seit Ende des Studiums bis 1993 habe ich mich in meiner Arbeit mit dem Thema “Musik” befasst und dazu in graphischer Umsetzung in der Technik der Radierung einen 42 Titel umfassenden Radierzyklus die “Musikpoesien” geschaffen. Im Anschluss daran sind in spontan assoziativer arbeitsweise eine Reihe Collagen entstanden, die sich aus zufällig gefundenen Materialien ohne Plan und in offener Arbeitsweise entwickelt haben, wieder in Anbindung an eine Thematik habe ich mich dann mit karikaturistischen Mitteln, dem Humor und der Satire ,inhaltlich mit zwischenmenschlichen Beziehungen auseinandergesetzt das “Kabarett mit grafischen Mitteln” ist ein Zyklus ,der sich mit Macht, Ohnmacht, Abhängigkeit usw. zeichnerisch befasst.
Eine weitere Werkreihe sind die Feder-Tuschezeichnungen, die sich während des zeichnerischen Vorgangs und in der Wechselwirkung Intuition – Reflexion zu abstrakt-expressiven Liniengebilden entwickeln und verdichten.
Weitere Informationen und Bilder meiner Arbeiten finden Sie unter: www.bärbelesser.de
In dem 5-tägigen integrativen Workshop und in Gemeinschaft mit Klienten der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf und Schülerinnen der Antia-Lichtenstein-Gesamtschule sind in kreativer Zusammenarbeit Objekte entstanden, die Freude am spielerischen und ideenreichen Umgang mit den zu verarbeitenden Materialien zum Ausdruck bringen. In der Praxis hat mich als Workshop-Leiterin der beinahe “selbstbeflügelte” Entstehungsprozess unter Beteiligung aller überrascht und unerwarteterweise kamen Ergebnisse zustande, die beste Beispiele gelungener Objektkunst in teilweise witzig – distanzierter künstlerischer Umsetzung rein privater menschlicher Befindlichkeit darstellen.
Entstehung des Kunstwerks
In einem integrativen Workshop vom 04.-08.04.2011 haben ca. 15 Klienten und Bewohner der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf sowie etwa 10 Schüler der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule unter Anleitung der Künstlerin Bärbel Esser aus Düsseldorf Figuren aus Holz, Draht, Stoffen und sonstigen Materialien geschaffen. Der Workshop stand unter dem Motto „Mittendrin und doch ausgegrenzt“. Mit den Skulpturen drücken die Teilnehmer des Projekts aus, wie sich der Mensch mit psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung in der Gesellschaft fühlt.
Beschreibungen zu den Plastiken
„Halb Mann – Halb Frau“
….keiner ist perfekt, das gilt auch für den Menschen mit Behinderung, aber auch für jeden anderen Menschen. Holz, Metall und Glas- durch die weiße Farbe wirkt alles auf besondere Art.
„Unterwegs“
Es gibt viele Möglichkeiten unterwegs zu sein. Es gibt Menschen mit Behinderung, die nicht gut laufen können oder im Rollstuhl sitzen. Für diese Menschen sind Hilfsmittel sehr wichtig. Die Figur ist ein Symbol dafür, wie wichtig es für Menschen mit Handicap ist, mobil zu bleiben.









