„Das Malen liegt mir neigunsmäßig – man kann sich damit ausdrücken.“
“Kunst ist eine Denknummer mit einem gewissen Anspruch an Struktur und Ästhetik an sich selbst und die Umwelt.“ C. Barkaj
„Das Malen liegt mir neigunsmäßig – man kann sich damit ausdrücken.“
“Kunst ist eine Denknummer mit einem gewissen Anspruch an Struktur und Ästhetik an sich selbst und die Umwelt.“ C. Barkaj
Besuch in Darmstadt │15.06.2011
Im Frankfurter Atelier treffen wir uns nicht. Das Treppenhaus im Bunker ist zu unheimlich.
Es gibt eine freudige Begrüßung, gemischt mit Aufregung. Fragen nach Wohlergehen, Befinden.
Es gibt eine Mappe mit ausgewählten Arbeiten von Christel Barkaj. Sie sind entstanden vor, zwischen und nach den Treffen mit Lisa. Acrylfarben, Bleistift, Collagen auf Papier.
Gemeinsam wird ein Ranking erstellt: Welche Arbeiten würde ich von dir kaufen, welche davon soll in der Berliner Galerie ausgestellt werden? Es gibt farbige Entwürfe zu wärmender Kleidung: Rheumasocken, Strickstrumpf für einen großen Schneemenschen. Orange, Tortenspitze, Grafitstriche.
Einige Blätter, auf die sich Niederreiter gefreut hatte sind nicht dabei. Frau Barkaj hat sie verworfen.
Lisa Niederreiter zeigt das Jäckchen: „listen don´t listen“, Textilobjekt, Mohair verhäkelt, verstrickt, vernäht, Ohropax, Kopfhörer, 2011.
Wie gefällt sie ihnen? Die ist toll. Sind die Ärmel nicht zu eng? Nein, die passen. Würden sie die kaufen? Behalten sie die lieber für sich. Die ist so wertvoll. Wie lange haben sie daran gearbeitet? Alles in allem?
Ein Kleid mit Loch kann man nicht mehr tragen – ein Ausschnitt eines Kleides findet sich mitunter in einem Bild wieder. Eine Jacke mit Lochmuster könnte getragen werden, scheint aber zu wertvoll, um sie wärmend überzuziehen.
Nach dem Treffen stellt Christel Barkaj eine begonnene Zeichnung fertig, ergänzt mit Ausschnitten aus einer Zeitung und weißer Farbe.
Mitnehmen kann man nur Einzelheiten.
Künstlerischer Input „Seppel“ im Franziskushaus │ 12.04.2011 │18.04.2011
Lisa Niederreiter macht Besuche im Franziskushaus. Mit dem Auftrag einer kleinen Gruppe einen künstlerischen Input zu geben. Sie erzählt von Künstlern, zeigt deren Malereien und Zeichnungen. Schwarzweiße Kopien werden mit Kreide übermalt. Herr Kirchner und Herr Beuys sind „zu Gast“.
Frau Barkaj überzeichnet, zerschneidet, fügt zusammen und übermalt. Heute: zart, weiß.
Sie zeigt Niederreiter Bilder aus ihrer Mappe, eine Vielzahl von Ideen, Variationen, Kunstgespräche. Christel Barkaj erntet, wie sooft, Bewunderung. „Ihre schlichten klaren Arbeiten gefallen mir besonders.“
Nach der zweiten Begegnung schlägt Lisa Niederreiter Frau Barkaj ihre Konzeptidee vor: „Was ich von Ihnen kaufen würde“ wird Motivator für die nächsten Bilder, Gedanken.
Immer wieder wird vorbesprochen, nachbesprochen, nachgefragt und gedacht.
Manchmal gibt es Zweifel an der eigenen Kunst, an der eigenen Arbeit. Es gibt freundliche Gedanken an die andere Künstlerin und Halten an der eigenen Autonomie.
Atelierbesuch in Frankfurt │ 09.02.2011
Die Künstlerinnen werden bekannt gemacht, Christel Barkaj mit Lisa Niederreiter.
Freundliche Begrüßung auf freundlicher Dachterrasse. Das Atelier ist ein freundlicher Raum, in dem gearbeitet und geredet wird.
Lisa Niederreiter erzählt, fragt, bietet Aschenbecher und ungarische Kekse an, zeigt ihre Arbeiten, aus der jüngsten Zeit, aus den letzten Monaten, länger aufbewahrte. Übernähte Röntgenbilder, Fotokästen mit diesen, ein Heiligenbild. Sie geben Gelegenheit für verschiedene Interpretationen, Gitter eines Bettes, ein Vogelkäfig. Wichtige Objekte für diesen Ort sind Silikonabgüsse von Hauswänden, in diesem Fall, die des Bunkers am Frankfurter Osthafen. Auf ihn wurden Atelierräume gebaut.
Einzelne Arbeiten findet Frau Barkaj „unappetitlich“. Die Silikonabgüsse sind nichts für sie, sie sehen ein bisschen aus wie verlassene Haut.
Eine kleine Zeichnung einer zerbrochenen Porzellanfigur, gerettet aus Kriegstrümmern, findet ihre Annerkennung. Auch ein schlankes Häkelkleid, mit Steinabrieb und Bunkerstaub bearbeitet, wollweiß, steingrau.
Fraglich findet sie, ob Lisa Niederreiter, von ihrer Kunst leben kann. „Verkaufen sie auch manchmal was?“ Lisa Niederreiter hat noch eine andere Arbeit, mit der sie regelmäßiges Geld verdient.
Frau Barkaj wollte keine eigenen Arbeiten mit ins Atelier mitbringen. Jemand könnte ihre Ideen übernehmen. Sie denkt ohnehin häufig sie seien nichts Besonderes, Privatsachen, könnten nicht gegen andere anstinken.