Donnerstag, 8.9.2011:
6 Uhr aufgestanden, ausgerechnet Zahnschmerzen gehabt! In Geilenkirchen gings los, da hab ich Adelheid Venghaus getroffen, die mich begleitet hat. Erstmal haben wir unsere Handys gecheckt, in Düsseldorf passierte es dann – ein Schreck! Wir waren in den verkehrten ICE eingestiegen, das fiel uns erst auf, als wir drinnen waren und unseren Platz nicht fanden. Da war der Zug jedoch schon unterwegs. Doch das Glück war mit uns und wir bekamen in Duisburg den richtigen Anschluss. Auch die Begleitung kann sich mal vertun! Adelheid Venghaus – Vertreterin der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf – meinte dazu, das war nicht vertan, sondern als Abenteuer so geplant. In meinem Koffer war jedenfalls ein Überlebensgepäck für Notfälle: Verpflegung, Fotos von der Familie, eine warme Decke.
Dann: Berlin!
Nach einem Fußmarsch Hotelzimmer bezogen, Fernseher funktioniert! Kaffee trinken, Kennenlernen der anderen Projektteilnehmer, durch einen Park zur Galerie gelaufen, freundliche Begrüßung durch Familie Schuster, dann gabs einen Karton mit Ausstellungsheften, dann gabs Salat. Ich bin gar nicht satt geworden, die Rettung waren die kostenlosen Wiener, die mir dann gebracht wurden. Wir haben nette Leute kennengelernt, aus Hagen und Wuppertal. Und auch Rene, der Erste. Er ist ein Styler, in seinem blauen Container und mit seinem Blaumann lebt er Kunst und er ist ein Kunstobjekt. Er hat einen coolen Oberlippenbart. Übrigens: An meiner Skulptur fehlten ein paar Einzelteile! Später gabs Bier und Pizza in der Hotelbar und wir haben noch mehr nette Leute kennengelernt, von der hessischen Bergstraße und Heiko aus Hagen, früher aus Erfurt, der trägt immer eine historische Lokführermütze.
Freitag 9.9.:
Schlecht geschlafen, Zahnping! Oh weih! Lecker Frühstück! Dann zum Brandenburger Tor, Straße Unter den Linden, leider Regen, Regen, Regen! Im Café Lebensart Kaffee getrunken, die sind spezialisiert haben auf Torten. Dann ins Wachsfigurenkabinett Madame Tussaud. Dort konnte ich einmal Pirat sein, mit Johnny Depp. Und ich stand neben dem Papst und Bundeskanzlerin Merkel. Und Adelheid hat bei Günther Jauch 4.000 Euro gewonnen.
Danach weiter: Die Straße Unter den Linden entlang, Berliner Dom, Museumsinsel, Hotel Adlon, Berliner Bär umarmt, Neue Wache mit Käthe Kollwitz Skulptur, Hackescher Markt und die Hackeschen Höfe:
an jeder Ecke Kunst, große Kunst, kleine Kunst, neue Kunst, alte Kunst, prächtige große Bauten, Designer, Klamotten, alles schick, alles anders, alles neu, alles teuer, viele Baustellen, viel Regen. Neue Socken gekauft, da nasse Füße – Berlin ist teuer!!! Andenken gekauft.
Ins Hotel, fein gemacht mit meiner neuen Froschbrosche dann großer Auftritt in der Galerie Schuster. Ich kam umsonst in die Ausstellung rein. Eröffnung der Ausstellung, Herbst der offenen Galerien in der Heidestraße. Ansprache von Prälat Dr. Peter Neher, Caritas Präsident und Helmut Schuster, Galerist. Eine Musikband machte Live-Musik. Viele Menschen da. Fernsehen und Presse waren da. Hab mich gut gefühlt! Stand im Mittelpunkt, musste die Skulpturen erklären, wo das Material (z. B. die Flasche) herkommt, was die Figur bedeutet. Viele, viele Fotos wurden gemacht. Von dem ganzen Rummel war ich abends vollkommen geschafft.
Samstag, 10.9.
Schon frühmorgens wieder zurück; Zug war überfüllt mit Fußballfans, die zum Spiel nach Dortmund wollten. Das führte zu Verspätungen und dann hatte ich gar keine Lust mehr. In Düsseldorf war unser Zug nicht da; wir mussten mit der S-Bahn weiter. Ich wollte nur noch nach Hause und mit fast zwei Stunden Verspätung kamen wir endlich zu Hause an. Das war alles anstrengend, aber sehr schön!
Martin Tymczuk







